Projekt

QuartaVista

QuartaVista (lat. „Vier Blickwinkel“) ein Innovationsprojekt entwickelt ein neuartiges Navigationssystem bzw. Instrument für Unternehmen, das in vier Dimensionen Entscheidungs- und Planungshilfen bietet. Im Fokus stehen ökonomische Effekte genauso wie ökologische und soziale, sowie der Wissensfundus des Unternehmens. QuartaVista fügt den Kontoständen im Bereich des Finanziellen ebenso auch Konten für die ökologische, soziale und die Wissensdimension hinzu. Es ermöglicht damit einen gesamtheitlichen Überblick über mögliche Auswirkungen und letztendlich auch für nachhaltige Unternehmensentscheidungen.

Nachhaltiges Handeln als Erfolgsfaktor der Zukunft

Klimawandel, Pandemien, Digitalisierung, Globalisierung, Wertewandel sowie weltweite Wirtschaftskrisen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Hierbei wird nachhaltiges Handeln zunehmend zum Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor und somit Teil der Unternehmensstrategie. Ein Weiterwirtschaften wie bisher birgt unkalkulierbare Risiken, die für Unternehmen existenzbedrohend sein können.



Unternehmensführung kann daher nicht mehr nur eindimensional finanziell betrachtet werden. Es müssen auch andere Aspekte, wie z. B. Ökologie, Wissen und Soziales einfließen.



Wie aber können Investitionen in diese nichtmateriellen Bereichen („Intagibles“) bewertet und in der Unternehmensbilanz transparent gemacht werden?



Mit dieser Frage beschäftigt sich QuartaVista. QuartaVista ist eines von 17 Projekten, die im Rahmen der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ 

(INQA) und der Richtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel“ (Lern- und Experimentierräume) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert werden.​

Im Innovationsprojekt QuartaVista soll die wirtschaftliche Tätigkeit eines Unternehmens sowohl in der Wechselwirkung mit Natur und Gesellschaft (z. B. ökologischer Fußabdruck), als auch hinsichtlich seiner eigenen Zukunftsfähigkeit (z. B. Wissensmanagement) quantitativ bewertet werden. Dabei erforscht QuartaVista auch, wie die drei Zusatzdimensionen unternehmens- und branchenübergreifend vergleichbar gemacht werden können. Diese Ergebnisse können

einen wesentlichen Beitrag zur künftigen Unternehmensführung darstellen.


In den Experimentierräumen bei vier Partnern aus der Lebensmittelwirtschaft werden die relevanten Informationen und Messgrößen erarbeitet und die neuen Denk- und Verfahrensansätze erprobt und bis zur Praxistauglichkeit weiterentwickelt.

Hierzu definieren die Projektpartner – basierend auf ihren Unternehmenszielen – Kennzahlen, mit denen sie nachhaltiges 

Wirtschaften prüfen und nachweisen möchten. 


Die Kennzahlen werden ermittelt und auf einem Dashboard visualisiert –

idealerweise automatisch in der eigenen Software. Somit können sie regelmäßig mit den Zielvorgaben verglichen und bewertet werden. 


Bei Erreichung dieser Ziele darf eine Wertschöpfung gebucht werden. Wird eine Vorgabe verfehlt, muss eine Rückstellung gebildet werden. Ergebnis der simulierten Geschäftstätigkeit ist dann eine nach 

QuartaVista modifizierte Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz (s. Abbildung).

Nachhaltiges Handeln bewerten

Zum Dashboard

Nachhaltiges Handeln bilanzieren

Ausgangspunkt des Innovationsprojekts QuartaVista ist: Die heutige wirtschaftliche Tätigkeit wird nach traditionellen Regeln eindimensional im Hinblick auf die finanziellen Ergebnisse gesteuert und besteuert. In den klassischen Unternehmensbilanzen tauchen intangible Wirtschaftsgüter, wie z. B. Kunden-zufriedenheit, CO2-Fußabdruck (Carbon Foot-print), die Gesundheit der Mitarbeitenden, etc. nicht auf.


Unternehmen interagieren jedoch auch in weiteren Dimensionen mit ihrer Umwelt und der Gesellschaft und können auf diesen Feldern 

Vorteile sowie Profite erwirtschaften.


QuartaVista untersucht, wie durch die Erweiterung der Bilanzen wirtschaftliches Handeln für die Unternehmen selbst, Kunden, Investoren und die Gesellschaft transparenter und damit eine neue 

Form der Steuerung, Besteuerung und Förderung von Unternehmen möglich wird, z. B. im Hinblick auf


• das soziale Handeln des Unternehmens,

• die Auswirkungen unternehmerischen Handelns  auf die Umwelt,

• den erarbeiteten Wissenszuwachs und  den Erhalt des Wissens.


Dies würde eine andere Betrachtung von Gewinn und Verlust ermöglichen und zu einer Wertschätzung nachhaltigen unternehmerischen Handelns führen. Diese drei zusätzlichen 

Dimensionen sollen künftig als integraler Bestandteil der Unternehmensbilanz und der Unternehmensführung berücksichtigt werden.


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